Befragt: Ergebnisse der vierten Mitglieder-Umfrage zu Auswirkungen von Corona auf Grafschafter Wirtschaft

Bildunterschrift: Berichteten in der Pressekonferenz mit den GN anlässlich der vierten Corona-Mitgliederbefragung über die Situation in ihren Betrieben (von rechts unten im Uhrzeigersinn): Jutta Lübbert von der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim, Thomas Kolde von der Lebenshilfe Nordhorn, Klaas Johannink von Ringoplast und Andreas Berger von Stemmann-Technik.

Mitte Januar haben wir unsere Mitglieder zum vierten Mal über die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Wirtschaft in der Grafschaft Bentheim befragt. 82 Betriebe verschiedener Größen und aus unterschiedlichen Branchen antworteten und lieferten ein repräsentatives Stimmungsbild. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken. Die Ergebnisse der Befragung haben wir in einer Pressekonferenz mit den Grafschafter Nachrichten präsentiert, an der auch Vertreter von Mitgliedsunternehmen teilgenommen haben. Auch für dieses Engagement bedanken wir uns. Im Folgenden finden Sie die zentralen Ergebnisse der Mitgliederumfrage zusammengefasst.

Insgesamt geht es der Grafschafter Wirtschaft besser als befürchtet
Mehr Unternehmen sehen ihre aktuelle Lage in der Krise positiv (21 Prozent) als dies bei der vorigen Umfrage im August 2020 noch der Fall war (14 Prozent). Der Anteil derer, die die Situation neutral beurteilen, ist mit gut 45 Prozent nahezu unverändert geblieben. Gleichwohl gibt es Sparten, wie Gastronomie, Einzelhandel oder Tourismus, die sehr unter dem aktuellen Lockdown leiden.

Bei der Umsatzentwicklung im Corona-Jahr 2020 ist ein gewisser Optimismus zu spüren
Der Umsatzrückgang ist nicht so hoch, wie noch im August erwartet. Im Sommer rechneten noch fast zwei Drittel der befragten Unternehmen mit einem Rückgang. Mit einem Anteil von 56 Prozent überwiegt nun die Zahl der Betriebe, die keine Veränderung (34 Prozent) oder sogar eine Umsatzsteigerung (22 Prozent) erwarten. Allerdings ist auch ein deutlicher Anstieg in der Gruppe zu verzeichnen, die einen Rückgang von mehr als 50 Prozent erwarten. Hier stieg die Prozentzahl von 2 auf 6.

Die Beurteilung der geschäftlichen Aussichten für das Jahr 2021 ist allerdings durchwachsen
Während rund 40 Prozent der Befragten bei der Beurteilung ihrer geschäftlichen Aussichten keine Veränderung (24 Prozent) oder eine Umsatzsteigerung (16 Prozent) prognostizieren, rechnen ebenfalls gut 40 Prozent mit einem Rückgang. Für 17 Prozent ist die Einschätzung derzeit noch nicht möglich.

Die Unternehmen halten ihre Stammbelegschaft und nutzen Kurzarbeit in hohem Maße
Rund 54 Prozent der Teilnehmer beantworten die Frage nach der Auswirkung der Pandemie auf die Beschäftigungspläne als "gleichbleibend". Dies ist ein deutliches Plus im Vergleich zum Sommer (37 Prozent). Die Stammbelegschaft konnte in hohem Maße gehalten werden - weniger als  5 Prozent musste diese reduzieren. Ein Drittel der Unternehmen gibt an, Kurzarbeit zu nutzen oder diese zu planen.

    Grafschafter Unternehmen kämpfen zunehmend mit Ausfällen durch fehlende Mitarbeiter und: die Pandemie ist Digitalisierungstreiber
    35 Prozent der Umfrageteilnehmer sehen Ausfälle aufgrund von Erkrankungen oder Quarantäne sowie 26 Prozent aufgrund von Schul- und Kitaschließungen. Im August 2020 nannten nur 11 Prozent der Firmen Ausfälle von Mitarbeitern. Rund 41 Prozent melden eine gesunkene Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen (August 2020: 57 Prozent), 16 Prozent verzeichneten hier eine Steigerung (sechs Prozent). Fast die Hälfte aller Firmen (46 Prozent) gibt an, dass die Digitalisierung in Produktion und Verwaltung ausgebaut wurde. 15 Prozent der befragten Unternehmen verspüren gar keine Auswirkungen durch Corona.

    Kurzarbeitergeld und Förderprogramm "Neustart Niedersachsen" sind die in der Pandemie am häufigsten in Anspruch genommenen Hilfsmaßnahmen
    Bei den in Anspruch genommenen Hilfsmaßnahmen stehen Kurzarbeitergeld (44 Prozent) und das Förderprogramm Neustart Niedersachsen (22 Prozent) weit vorne. Bemerkenswert ist, dass rund 41 Prozent der an der Befragung teilgenommenen Firmen bislang gänzlich ohne Unterstützung durch die Krise gekommen sind.

    Grafschafter Unternehmen setzen in hohem Maße Maßnahmen zur Reduktion des Infektionsrisikos am Arbeitsplatz um