Arbeitskreis Personal zum Thema "Mobiles Arbeiten": Was ist aus arbeitsrechtlicher Sicht im Homeoffice zu beachten?

Die Corona-Pandemie hat dafür gesorgt, dass Unternehmen im März dieses Jahres schnell und unbürokratisch in vielen Bereichen auf mobiles Arbeiten umgestellt haben, um ihre Angestellten zu schützen und den Geschäftsbetrieb trotzdem aufrecht zu erhalten. Die Vorteile der fortschreitenden Digitalisierung sind in dieser Zeit gut sichtbar geworden. Allerdings ergaben sich auch neue Fragen rund um das mobile Arbeiten, von arbeitsrechtlichen Vereinbarungen über die Arbeitsplatzgestaltung bis hin zum (berufsgenossenschaftlichen) Versicherungsschutz. Antworten auf diese und weitere Fragestellungen gab der Fachanwalt für Arbeitsrecht, Udo Scheffler, Mitte September in einem Arbeitskreis Personal.

"Laut einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom Mitte März, erbrachten etwa 50 Prozent der Beschäftigten ihre Arbeit im Homeoffice", erläutert Scheffler zu Beginn der Veranstaltung. "Nach dieser Befragung waren etwa 20 Prozent im Zusammenhang mit der aktuellen Pandemie im Homeoffice tätig." Allerdings sei Homeoffice selbst im Arbeitsrecht nicht konkret gesetzlich geregelt. Wohl aber der Begriff der Telearbeit, der in einigen gesetzlichen Vorschriften, wie beispielsweise der Arbeitsstättenverordnung (Arb-StättV § 2 Abs. 7) und dem Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG § 5 Abs. 1 S. 2) definiert sei. Letztlich komme es auf die Art der Leistung, die der Arbeitnehmer zu erbringen habe, an, ob diese auch außerhalb der Betriebsstätte erbracht werden könne oder nicht. "Ein gesetzliches Recht auf Homeoffice gibt es in Deutschland nicht, wird derzeit aber in der Politik diskutiert", stellt der Experte fest.

Wollen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen, müssen sie folgende Fragen im Vorfeld klären:

    • Kann der Arbeitgeber Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung in einem Homeoffice anordnen?
    • Gibt es bei Aufnahme der Tätigkeit beim Homeoffice Kostentragungspflichten?
    • Hat der Arbeitgeber Arbeitsschutzpflichten beim Homeoffice?
    • Wie sieht es mit dem Unfallversicherungsschutz aus?
    • Gibt es Besonderheiten beim Datenschutz?
    • Wer haftet für Schäden im Homeoffice?
    • Sind im Homeoffice die Arbeitszeitregelungen zu beachten?
    • Gibt es Besonderheiten in Betrieben mit Betriebsrat?

    Bei der Umsetzung kann ein Fachanwalt für Arbeitsrecht helfen. Auf jeden Fall sollten Arbeitszeit, Kostentragungspflichten, Besonderheiten beim Datenschutz und der Haftung für Schäden in gesonderten Vereinbarungen beziehungsweise Dokumentationen extra geregelt werden.