Arbeitskreis Marketing: "Broschüren, Corporate-Magazine, Geschäftsbericht & Co: Wird print durch digital abgelöst?"


Ende September trafen sich die Mitglieder des Arbeitskreises für Marketingverantwortliche im NINO-Hochbau, um der Frage nachzugehen, ob gedruckte Broschüren, Corporate-Magazine, Geschäftsberichte & Co. in naher Zukunft durch digitale Produkte abgelöst werden würden. Bei dem internen Austausch stellten die Teilnehmer ihre eigenen Printerzeugnisse und digitalen Produkte vor und tauschten sich zu Lösungsansätzen aus.

Laut einer Umfrage der Fachzeitschrift für Marketing, Werbung und Medien "Horizont" im Jahr 2018 glauben 43% der Befragten an das Ende von Printmedien in 10 Jahren. Im gleichen Jahr ermittelt der Fachverband "Content Marketing Forum" einen Anstieg der Ausgaben für Printmedien um 10% im Vergleich zum Vorjahr. Anhand dieser beiden Beispiele beschrieb Jens Hasekamp, Leiter des Arbeitskreises für Marketingverantwortliche und Leiter Marketing bei der LIST AG, die aktuelle Situation im Bereich Print- und Onlinemedien. "Auch wenn es zu der letztgenannten Entwicklung kontroverse Aussagen gibt, Fakt ist, Budget und Qualität für die einzelnen Druckerzeugnisse steigen", stellte Hasekamp fest.

Um einen Überblick über die aktuelle Situation in den hiesigen Unternehmen zu erhalten, haben sich die Marketingverantwortlichen in dem Arbeitskreis ausgetauscht. Dazu stellten mehrere Teilnehmer ihre Produkte vor, die im Anschluss diskutiert wurden. Die Experten kamen zu folgenden Erkenntnissen:

  • Printprodukte sind insbesondere für die Vermarktung und den Vertrieb von Produkten und Lösungen relevant, da die Kunden an ihnen interessiert sind. Auch bei Produkten, die mit vielen Emotionen verbunden sind, wie beispielsweise Fertighäuser, bieten hochwertige Printprodukte einen Vorteil.

  • Kundenmagazine sind ein wichtiges Marketinginstrument, bei dem die Leser allerdings sehr anspruchsvoll sind. Bei der Printversion setzen sich die Leser stärker mit dem Produkt auseinander. Bei der Onlineversion kann die Nutzung abnehmen, da der Kunde aktiv danach suchen muss.

  • Imagebroschüren werden nicht gelesen. Ihre Inhalte können besser Geschäftsberichte aufwerten, die dann nicht nur Zahlen, Daten und Fakten enthalten.

  • Kataloge sind für eine digitale Umsetzung prädestiniert. Denn sie können Zusatzfunktionen bieten und sind immer aktuell. Außerdem können sie auch als App umgesetzt werden.

  • Onlineprodukte müssen immer einen Zusatznutzen bieten und nutzerfreundlich sein.

Eine pauschale Lösung auf die Frage, ob digitale Formate Printprodukte in naher Zukunft ablösen werden, fanden die Marketingverantwortlichen nicht. Letztlich hänge die Entscheidung von mehreren Faktoren und der Beantwortung der Fragen ab:

  • In welcher Situation ist digital in Ordnung?
  • In welcher Situation ist digital nötig / vorteilhaft?
  • In welcher Situation hat print einen Mehrwert für den Kunden gegenüber digital.

Das sagt Jens Hasekamp über den Arbeitskreis für Marketingverantwortliche der Wirtschaftsvereinigung:
"Kreative Höchstleistungen für Konzept, Text und Design, aber auch Medien-Know-how, Datenschutz, Lizenzrecht und IT-Wissen markieren das Spektrum der Aufgaben, die Marketingabteilungen und Kreative täglich meistern sollen. Der Arbeitskreis für Marketingverantwortliche der Wirtschaftsvereinigung ist der Ort, wo wir den offenen Austausch auf Augenhöhe finden. Gemeinsam wählen wir die Themenschwerpunkte, zu denen wir Referenten einladen oder den Austausch von Marketinger zu Marketinger suchen. Praktische Tipps, Inspiration und kollegiale Fallberatung können dichter an der Praxis kaum sein."