Landratskandidaten diskutierten vor Vertretern aus Wirtschaft und Handwerk

Auf Einladung der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim und der Kreishandwerkerschaft Grafschaft Bentheim diskutierten die Kandidaten der Landratswahl Anfang Mai im Autohaus Krüp in Nordhorn. Zu Gast waren der parteilose CDU-Kandidat Uwe Fietzek, der Kandidat der SPD, Dr. Volker Pannen, und die parteilose Henni Krabbe. Die Moderation übernahm Rolf Masselink.

"Heute wollen wir uns ein Bild von denen machen, die die Grafschaft in den nächsten Jahren als Landrat oder Landrätin prägen und weiterentwickeln wollen. Themen gibt es genug: Digitalisierung, Bildung, Soziales, Fachkräfte. Ich bin schon sehr gespannt, welche Impulse die Kandidaten heute Abend setzen werden." Mit diesen Worten eröffnete Klaas Johannink, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung, die Podiumsdiskussion. Von großer Bedeutung für die Grafschaft Bentheim sei am 26. Mai nicht nur die Landratswahl sondern auch die Europawahl, betonte Johannink. "Die Grafschaft Bentheim steckt mitten drin in Europa."

Gleich zu Beginn der Diskussion stellte Moderator Rolf Masselink den Kandidaten die Frage, welche Projekte sie in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit aus unternehmersicher Sicht "lösungsorientiert" anpacken wollten und kündigte gleichzeitig einen Kontrollanruf am 101. Tag durch die Wirtschaftsvereinigung an.

Das 100-Tage-Programm der Kandidaten:
Henni Krabbe wird die ersten 100 Tage ihrer Amtszeit dazu nutzen, um bürokratische Hemmnisse in der Zusammenarbeit zwischen Kreisverwaltung und Unternehmen abzubauen. Außerdem sieht sie besonderen Handlungsbedarf in der Rettungsleitstelle. Um die Digitalisierung in der Grafschaft Bentheim voranzutreiben, möchte sie vorhandene Projekte prüfen und wenn nötig Prozesse beschleunigen.

Uwe Fietzek kündigte die Errichtung einer Abteilung "Digitalisierung" in der Kreisverwaltung an und möchte in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit erste Schritte in Richtung "digitales Bauamt" unternehmen. In Neuenhaus soll der erste Spatenstich für ein Kreissportzentrum erfolgt sein.

Bei Dr. Volker Pannen steht ein lösungsorientierter Dialog mit der Belegschaft in der Kreisverwaltung und im Kreistag im Fokus. Er möchte ein grundlegend neues Miteinander begründen. Besonderen Wert legt er auf den engen Kontakt zur Bevölkerung.

So sehen die Kandidaten die Zukunft der Grafschaft Bentheim:
Uwe Fietzek sieht einen deutlichen Rückgang des Individualverkehrs in der Grafschaft Bentheim vor dem Hintergrund der anstehenden Wiedereinführung des Personenzugverkehrs voraus. Außerdem muss aus seiner Sicht der Landkreis die Integration von Migranten stärker vorantreiben und er muss darauf achten, dass sich alle Kommunen in der Grafschaft gleich entwickeln.

Dr. Volker Pannen möchte das Thema "Wohnen" im Blick behalten: "Die Versorgung soll auch in Zukunft so wie heute sein." Vor dem Hintergrund des in der Grafschaft bedeutenden Niedriglohnsektors, den er in der Zukunft schwinden sieht, ist ihm wichtig, zukunftssichere Arbeitsplätze zu errichten. Außerdem verspricht er: "In ein paar Jahren ist die Grafschaft komplett mit Breitband versorgt."

Henni Krabbe machte sich in ihrem Statement für ausreichend Betreuungsplätze stark und möchte die Gesundheitsversorgung verbessern. Hier sieht sie besonders großen Nachholbedarf für die Grafschaft Bentheim.

Fachkräftesicherung durch Stärkung des Berufsschulsstandorts Nordhorn
Bei dem für die Wirtschaft wichtigen Thema Fachkräftesicherung waren sich die Kandidaten einig: Der Berufsschulstandort Nordhorn soll zu einem "Leuchtturm" auch mit überegionaler Strahlkraft ausgebaut werden. Dies soll unter anderem durch eine Verbesserung der Ausstattung erreicht werden. Dr. Volker Pannen regte darüber hinaus auch die Gründung eines Hochschulstandorts in Nordhorn an, um "den Aderlass bei den 18- bis 25-jährigen in der Grafschaft zu bremsen"".