Knapp 600 Gäste beim Neujahrsempfang 2019

Wieder einmal hat ein Festredner bei unserem Neujahrsempfang alle Kapazitäten gesprengt. Vor nahezu 600 Gästen und in komplett ausgebuchten Räumlichkeiten gab Sigmar Gabriel einen Überblick über die Herausforderungen und Chancen für die Wirtschaft im Jahr 2019. Rhetorisch brillant und staatsmännisch geschickt nahm er auch Bezug auf geschichtliche und geopolitische Aspekte. Dabei sprach er ein großes Lob aus: "Früher hatten die Menschen Angst vor Deutschland. In nur einer Generation ist es uns gelungen, für viele Menschen zu einem Land der Sehnsucht zu werden." Diese Entwicklung sei durch den europäischen Zusammenschluss maßgeblich beeinflusst worden.

Aktuelle Herausforderungen wie der Brexit, die Politik der USA, Russlands und der Türkei sowie das Aufstreben Chinas müsse Europa als Chance ergreifen, um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. "Wir sind die letzten Vegetarier in einer Welt voller Fleischfresser", sagte Gabriel. Er hoffe, dass Europa das Risiko schultere und sich zur Not auch in eine ungewisse Zukunft aufmache. Nur so könne Europa - und damit auch Deutschland - in der Welt noch eine Rolle spielen.

Klaas Johannink ging in seiner Ansprache auf die gute konjunkturelle Situation der regionalen Wirtschaft ein. Allerdings gebe es einige Unsicherheiten. Die aktuelle weltweite Entwicklung wie Brexit, USA-und Russland-Politik sowie der wirtschaftliche Aufstieg Chinas könnten für eine Abkühlung der Konjunktur sorgen und die Unternehmen in der exportorientierten Grafschaft schwächen. Er und die Wirtschaftsvereinigung würden sich weiterhin für die richtigen Rahmenbedingungen einsetzen. Als Beispiel nannte er die Mobilfunkversorgung. Mit Blick auf die in diesem Jahr in der Grafschaft Bentheim anstehenden Wahlen forderte er die Kandidaten auf: "Haben Sie Mut, neue Ideen zu präsentieren. Zeigen Sie uns im Wahlkampf auf, wie Ihre Version von Grafschaft, Nordhorn oder Uelsen im Jahr 2030 aussieht!"