Mitgliederversammlung 2019: Wirtschaftsvereinigung hat Fachkräftesicherung im Fokus

Die Fachkräftesicherung soll in diesem Jahr im Mittelpunkt der Arbeit der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim stehen. Das haben Anfang Juni Geschäftsführung und geschäftsführender Vorstand ihren Mitgliedern auf der Mitgliederversammlung der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim vorgestellt.

Seit einem Jahr ist der neue Vorstand mit Klaas Johannink als Vorstandsvorsitzender im Amt. "Damit haben wir den Generationenwechsel erfolgreich vollzogen", sagte Geschäftsführerin Jutta Lübbert.

Im Jahr 2018 durfte die Wirtschaftsvereinigung 2.100 Gäste zu ihren Veranstaltungen begrüßen. „Das sind 17 Prozent mehr als im Vorjahr", freute sich Lübbert.

"Die Fachkräftesicherung stellt eines der größten Risiken in der Grafschaft Bentheim dar", sagte Vorstandsvorsitzender Klaas Johannink in seiner Begrüßungsrede vor rund 280 Gästen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Gesellschaft. "In der Grafschafter Wirtschaft gibt es inzwischen nicht nur einen Mangel an Fachkräften, wir haben an vielen Stellen schlichtweg einen Mangel an Kräften", so Johannink. In den Mitgliedsunternehmen machten sich die Personalverantwortlichen intensiv Gedanken über die Gewinnung und Sicherung ihres Fachkräftebedarfs. Deshalb stehen bei der Wirtschaftsvereinigung Projekte zum Thema Fachkräftesicherung im Fokus. Unter anderen soll ab September ein neues "Forum Personalentwicklung" die Mitgliedsunternehmen in ihrer Personalarbeit unterstützen. "Im Rahmen eines Personalentwicklungsverbundes können Unternehmen unterschiedlicher Branchen eigenständig in einer losen Allianz zusammenarbeiten", erläuterte Johannink. In seiner Rede verwies er außerdem auf die guten Verdienst- und Karrieremöglichkeiten einer dualen Berufsausbildung und forderte, systematisch die Berufsbildenden Schulen in Nordhorn zu einem "Campus für Berufsbildung" auszubauen.

In dem anschließenden Festvortrag stand die Zukunft Europas im Mittelpunkt. Als Gastredner referierte der Fernsehjournalist und ehemalige Leiter des ARD-Studios in Brüssel, Rolf-Dieter Krause.

Krause zeichnete ein düsteres Bild von Europa. Auch wenn der befürchtete Zuwachs populistischer Parteien - außer in Italien - ausgeblieben ist, seien Mehrheitsverhältnisse sowohl für zukünftige Koalitionen als auch für die Wahl eines Kommissionspräsidenten schwer zu bilden. Er kritisierte vor allem die Nichteinhaltung von Regeln einiger Mitgliedsstaaten, die zunehmend in die Nationalstaatlichkeit zurückfielen. Diesem Handeln könne die EU wenig entgegensetzen, denn es müssten viele Hürden überwunden werden, um Länder aus der EU auszuschließen. "Die Erosion der EU hat längst begonnen", so Krause. Hinzu kommen geopolitische Bedrohungen seitens den USA, China und Russland. Während die USA und China an einer Schwächung des europäischen Wirtschaftsraumes interessiert seien, setze Russland alles daran, den Westen zu destabilisieren, wie die Unterstützung u.a. für die Brexitbewegung in Großbritannien gezeigt habe.

"Es ist schwierig, andere zu einem anderen Verhalten zu bringen. Viel einfacher ist es, die eigene Position zu verbessern", so Krauses Fazit. "Deshalb bin ich für eine Stärkung Europas." Dies könne durch ein Europa der konzentrischen Kreise gelingen, durch die Entwicklung eines Kerneuropas. Hier sieht er neben Deutschland vor allem Frankreich als treibende Kraft.