Vorstand der Wirtschaftsvereinigung trifft sich mit Landkreisspitze zum Jahresgespräch

Der Landkreis Grafschaft Bentheim zählt derzeit zu den erfolgreichsten ländlichen Räumen in Norddeutschland. „Diese positive Ausgangslage gilt es für die Zukunft weiter zu stärken und auszubauen“, sagte Klaas Johannink, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung bei seiner Begrüßung zum turnusmäßig stattfindenden Jahresgespräch zwischen der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim und dem Landkreis Grafschaft Bentheim im NINO-Hochbau in Nordhorn.

„Die Erwerbslosenquote im Landkreis Grafschaft Bentheim ist aktuell auf einem absoluten Tiefstand“, stellte Johannink gleich zu Beginn fest. Die Fachkräftesicherung stelle demnach eines der größten Risiken für die Grafschafter Unternehmen dar. Dies spiegelten auch die Ergebnisse aus der aktuellen Unternehmensbefragung der Wirtschaftsförderung wider. So habe die Zufriedenheit im Hinblick auf die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften gegenüber der letzten Befragung im Jahr 2014 deutlich abgenommen. Gleichzeitig zeige die lang- und kurzfristige betriebliche Entwicklungsperspektive, dass die Neueinstellung von Beschäftigten bei den Unternehmen höchste Priorität habe. Uwe Fietzek, Erster Kreisrat beim Landkreis Grafschaft Bentheim, versprach: „Wir wollen ein Signal setzen, dass wieder mehr Dampf auf den Kessel kommt.“ Vor diesem Hintergrund wollen Wirtschaftsvereinigung und Landkreis in den nächsten Wochen eine Strategie für eine effektive Kampagne zur Fachkräftegewinnung entwickeln.

Seit vielen Jahren fordert die Wirtschaftsvereinigung eine Ausweitung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Grafschaft Bentheim. Insbesondere Gewerbegebiete müssten besser an den ÖPNV angebunden beziehungsweise die Fahrpläne an die Schichtzeiten der Unternehmen angepasst werden. Vor diesem Hintergrund stellte Kreisrat Dr. Michael Kiehl die aktuellen Pläne zur Wiederaufnahme des Schienenpersonenverkehrs (SPNV) zwischen Bad Bentheim und Neuenhaus und der damit verbundenen Neuausrichtung des ÖPNV in der Grafschaft Bentheim vor. “Es freut uns, dass mit der SPNV-Reaktivierung ein lang gehegter Wunsch der Region in Erfüllung geht und wir das Angebot im öffentlichen Personenverkehr deutlich verbessern können“, sagte Kiehl. Er verspricht, dass sich der Landkreis intensiv für eine Weiterführung des SPNV bis nach Emmen einsetzen werde. Hinsichtlich der Anbindung der Gewerbe- und Industriegebiete im Landkreis stellten die Landkreisvertreter heraus, dass alle Gebiete per Bus werktags zwischen 6.00 und 6.45 Uhr bis circa 18.00 beziehungsweise 19.00 Uhr stündlich angebunden seien. Um konkrete Bedarfe der Unternehmen aufgreifen und umsetzen zu können, sei man jederzeit zu gemeinsamen Gesprächen bereit.

Beim Thema Mobilfunk waren sich die Vertreter von Wirtschaftsvereinigung und Landkreis einig: „Die Mobilfunkversorgung in der Grafschaft Bentheim ist nach wie vor lückenhaft. Verbesserungsmaßnahmen werden nicht schnell genug umgesetzt.“ Man arbeite aber weiter gemeinsam intensiv an einer flächendeckenden Netzabdeckung. So begleite die Wirtschaftsförderung Anbieter, um weitere Standorte für zusätzliche Funkmasten zu erschließen, beispielsweise auf dem Gelände von Unternehmen. Außerdem seien die lokalen Landes- und Bundestagsabgeordneten sowie die regionalen Spitzenverbände mit eingebunden, um so öffentlichkeitswirksam und nachdrücklich auf eine zeitnahe Umsetzung hinzuwirken.

Bildunterschrift: Beim Jahresgespräch zwischen dem Landkreis und der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim (links): Jochen Anderweit, Klaas Johannink, Dr. Jörg Grundmann, Thomas Kolde, Ralf Hilmes, Wolfgang Wesselink, Jutta Lübbert, Dr. Michael Kiehl, Silke Kamps, Uwe Fietzek.