Karriere mit und nach der Lehre: Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT besucht Emsland-Stärke

Es braucht nicht zwingend ein Studium für eine erfolgreiche Berufskarriere: Diese Einsicht bestätigen auch die Personalverantwortlichen der Emsland Group mit Stammsitz in Emlichheim. Überzeugen konnten sich davon jüngst die Mitglieder des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim. Sie besuchten das Unternehmen, um sich ein Bild von den betrieblichen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zu verschaffen. Personalleiter Jan Lambers-Heerspink und die für die Ausbildung zuständigen Mitarbeiterinnen Heike Roters und Britta Weßling hießen die Gäste willkommen.

Eindrucksvoll machten die Verantwortlichen vor Ort deutlich, dass die Emsland Group nicht nur aus Kartoffeln und Erbsen das Beste herausholt, sondern aktuell auch in Sachen Nachwuchsförderung richtig durchstartet. So konnte die Zahl der Auszubildenden von 42 im Jahr 2017 auf 94 ab September 2019 innerhalb kurzer Zeit mehr als verdoppelt werden. Kaufmännische Ausbildungsberufe wie Industriekaufmann/-frau, Fachinformatiker/in und Fachkraft für Lagerlogistik zählen dabei ebenso zum Spektrum wie gewerbliche Berufe – namentlich Chemikant/in, Fachkraft für Lebensmitteltechnik, Industriemechaniker/in und Elektroniker/in. Auch duale Studiengänge in den Feldern Betriebswirtschaft, Lebensmitteltechnologie und Verfahrenstechnik sind möglich. Insgesamt beschäftigt der Konzern in seinen sieben Werken in Norddeutschland derzeit mehr als 1300 Mitarbeiter.

„Wir sind voller Ideen“, sagt Heike Roters sichtlich motiviert. „No Apple, but Potato“, lautet das augenzwinkernde Motto, dessen Logo einer abgebissenen Kartoffel auf einen großen IT-Konzern aus Kalifornien anspielt. So wurde im vergangenen Jahr erstmals ein Kennenlern-Tag für alle neu angefangenen Azubis aller Werke veranstaltet. Zu den Benefits zählen Azubi-Mappen zum Einstieg sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an einem durch den Arbeitgeber subventionierten Fitnessprogramm. Den Chemikanten-Azubis wird im ersten Ausbildungsjahr sogar ein Großraumtaxi für die Fahrt zur Berufsschule nach Lingen gesponsert. Außerdem besteht die Chance, andere Standorte der Emsland Group – auch im Ausland – zu sehen. Viele Auszubildende haben das Unternehmen vorab bereits als Praktikanten kennengelernt. Die Betreuung übernehmen erfahrene Mitarbeiter, welche eine Ernennungsurkunde zum Ausbildungsbeauftragten erhalten.

Ein Best-Practice-Beispiel ist die junge Kollegin Julia Dening: 2012 begann sie - nach Erwerb ihres Realschulabschlusses - in Emlichheim die Ausbildung zur Chemikantin. „Ich war damals eine der ersten Frauen in der Produktion“, erinnert sie sich. Nach Abschluss der Lehre im Jahr 2015 erhielt sie einen unbefristeten Arbeitsvertrag und absolvierte eine Weiterbildung zur Industriemeisterin, welche durch den Betrieb finanziert wurde. Anschließend erhielt sie im Unternehmen eine Meister-Funktion im Bereich der Prozesstechnologie, wobei sie sich unter anderem mit Energieeinsparungen befasst. Julia Dening ist nun ihrerseits als Ausbildungsbeauftragte tätig und gibt ihr Wissen an die nächste Azubi-Generation weiter.

Heute kann die Emsland-Stärke auf eine mehr als 90-jährige Geschichte zurückblicken: Begonnen als Emlichheimer Kartoffelfabrik AG im Jahr 1928, firmiert sie seit 1952 unter heutigem Namen und ist nunmehr der größte Kartoffelstärkeproduzent Deutschlands. Die Produkte kommen insbesondere im Lebensmittelsektor zum Einsatz aber auch in Bau- und Klebstoffen sowie in der Textil- und Papierherstellung. Der Vertrieb erfolgt weltweit in 120 Ländern, zu den Abnehmern zählen Größen wie Nestlé und Unilever.

Die Mitglieder des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT zeigten sich ob der Ausführungen beeindruckt. Eine Betriebsbesichtigung rundete die Zusammenkunft bei der Emsland-Stärke ab. Der Arbeitskreis setzt sich überwiegend aus Lehrkräften weiterführender Schulen und Berufsberatern zusammen, die Steuerung liegt bei der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim.

Koordinatorin Annelen Möller-Busmann dankte den Mitarbeitern des Unternehmens und richtete ihren Dank auch an zwei Mitglieder aus den eigenen Reihen, welche an diesem Tag verabschiedet wurden: Dieter Onnen, der als Berufsberater den Arbeitskreis über viele Jahre prägte, tritt in den Ruhestand; Marion Matthäus von der Wirtschaftsvereinigung, die den Arbeitskreis koordinierte, wird sich innerhalb der Organisation beruflich verändern.

Bildunterschrift: Mitarbeiter der Emsland-Stärke erzählen den Teilnehmern des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT von ihrer "Karriere mit und nach der Lehre" bei der Emsland Group (v.l.n.r. Jan Lambers-Heerspink, Heike Roters, Britta Weßling, Julia Dening).