Unter-Uns-Veranstaltung mit der AMG Recruiting GmbH

Wie attraktiv sind Sie als Arbeitgeber? Welche Rolle nimmt die Attraktivität im digitalen Zeitalter und in der modernen Kommunikationstechnologie in ihrem Unternehmen ein? Diese Fragen stellten jüngst Vertreter der AMG RECRUITING GmbH bei einer Unter-Uns-Veranstaltung der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim im Kloster Frenswegen in Nordhorn.

Fast die Hälfte aller deutschen Unternehmen haben laut Arbeitsmarktreport des Deutschen Industrie- und Handelskammertags Schwierigkeiten, offene Stellen mit Fachkräften zu besetzen. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen von der annähernden Vollbeschäftigung in Deutschland über den Mangel an Fachkräften in einigen Berufsfeldern, die demografische Entwicklung bis hin zur Globalisierung und Digitalisierung. Deshalb seien Unternehmen heute mehr denn je gefordert, bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter umzudenken, sagten Uwe Szymonczyk und Andrea Hermann-Beumer von AMG RECRUITING den Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim.

Personalverantwortliche sollten sich wesentlich stärker als bisher an den Bedürfnissen potenzieller Kandidaten orientieren. “Bei der Personalsuche muss an erster Stelle die Frage stehen: Wie sexy bin ich als Arbeitgeber?“, stellte Geschäftsführer Szymonczyk fest. Denn: heute ginge es mehr denn je darum, auch für Kandidaten attraktiv zu sein, die gar nicht aktiv auf Jobsuche seien. Eine Ausweitung auf diesen Personenkreis erhöhe die Chance, eine offene Stelle zu besetzen, enorm.

Eine weitere Herausforderung für Arbeitgeber-Marketing und Recruiting sieht der Experte außerdem in neuen Technologien: „Das Smartphone hat innerhalb von nur zehn Jahren unser Leben und unsere Kommunikation auf den Kopf gestellt“. Wie volatil die Rahmenbedingungen geworden sind, verdeutlichte Szymonczyk unter anderem am Beispiel des Messangerdienstes WhatsApp. „Heute gibt es weltweit 1,3 Milliarden WhatsApp-Nutzer. Pro Tag werden 65 Milliarden WhatsApp-Nachrichten verschickt. Durch den neuen Dienst ist der Markt für SMS sozusagen über Nacht verschwunden und das Kommunikationsverhalten hat sich grundlegend geändert. Da muss man sich als Unternehmer schon die Frage stellen: Ist meine bisherige Bewerbungspraxis noch zeitgemäß?“

Wie modernes Recruiting am konkreten Beispiel aussehen kann, stellte Andrea Hermann-Beumer, Leiterin Recruitment Marketing, vor. Insgesamt seien Personalarbeit und Recruiting komplexer geworden, sagte die Expertin. Deshalb sollten Unternehmen strukturiert an die Personalsuche herangehen. An erster Stelle solle Klarheit darüber herrschen, wer gesucht werde. „Machen Sie sich ein konkretes Bild von Ihrem neuen Mitarbeiter. Wie soll er aussehen?“, riet Hermann-Beumer. Außerdem solle das Unternehmen wissen, wo die Person gefunden werden könne. „Auf welcher sozialen Plattform bewegt sie sich?“. Zielgruppenspezifische Eingrenzungen von Stellenanzeigen könnten in den digitalen Medien relativ einfach vorgenommen werden, so Hermann-Beumer.

Um den zukünftigen Mitarbeiter dann auch tatsächlich für das Unternehmen gewinnen zu können, benötige es zwei Dinge: Ein attraktives Jobangebot und einen möglichst realistischen Einblick ins Unternehmen. Im Dialog mit den Mitarbeitern könne dieses Angebot ganz pragmatisch entwickelt werden. Antworten auf Fragen wie „Wieso bist du zu uns gekommen?“, „Wieso bist du noch bei uns?“, „Wieso wechselst du nicht?“, „Was wünschst du dir?“, „Was braucht es, dass du noch bleibst?“ seien eine gute Grundlage für das Arbeitgeber-Marketing. „Bieten Sie überzeugende Argumente. Denn wieso soll sich jemand gerade für Ihr Unternehmen entscheiden, wenn er doch einen Job hat und eigentlich gar nicht auf der Suche ist“, riet die Expertin.

Über den Bewerbungsprozess sagte Hermann-Beumer: „Halten Sie die Hürden für Bewerber so gering wie möglich.“ Als erste Kontaktanbahnung reiche beispielsweise eine einfache WhatsApp-Nachricht an das Unternehmen aus. Denn heute gelte die Regel: „Nicht der Bewerber kommuniziert mit dem Unternehmen, sondern das Unternehmen mit dem Bewerber“.

Fazit des Nachmittags war: Moderne Mitarbeitergewinnung benötigt eine dauerhafte und nachhaltige Kommunikationsstrategie. Am besten funktioniert dies, wenn das Unternehmen einen „Botschafter“ für sich gewinnen kann, der das Unternehmen realistisch und authentisch nach außen darstellen kann.

Die AMG RECRUITING GmbH, mit Hauptsitz in Münster, ist seit einigen Jahren Mitglied bei der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim und hat nun im Rahmen einer Unter-Uns-Veranstaltung den Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung einen Einblick in ihr Geschäftsmodell gewährt. Insgesamt arbeiten 800 Mitarbeiter an neun Standorten, von denen sich einer auch in Nordhorn befindet. Das Unternehmen kann auf nahezu 30 Jahre HR- und Recruitingerfahrung zurückgreifen und setzt einen besonderen Schwerpunkt in den Bereichen Employer Branding und digitales Arbeitgeber-Marketing.

Impressionen des Nachmittags