Weit über 400 Gäste beim Neujahrsempfang 2018

Mit weit mehr als 400 Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft startete die Wirtschaftsvereinigung mit dem Gastreferenten Jürgen Fitschen in das neue Jahr. Als langjähriges Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, Mitglied der „Trilateralen Kommission“ und Vorstandsmitglied der Atlantikbrücke, gab er eine Einschätzung der jüngsten Entwicklungen auf den globalen Finanzmärkten und schilderte die Auswirkungen auf Wirtschaft und Politik.

Fitschen warnte davor, sich nicht von den aktuellen positiven Wirtschaftszahlen "einlullen" zu lassen. "Wir sind Zeitzeugen einer Entwicklung, die in globaler Instabilität münden kann", sagte er. Insbesondere in China sieht er den größten Treiber  für die globalen Veränderungen. „Wir haben keine Chance, der Wirtschaftsmacht und Einflussnahme Chinas zu entgehen. Die spannende Frage wird sein, wie China und USA zukünftig miteinander umgehen werden“, stellte Fitschen fest. Gleichzeitig forderte er Europa auf, selbstbewusst und selbstsicher die neue globale Ordnung mitzugestalten. Ansonsten werde es im „globalen Konzert“ zurückfallen. China hingegen sei die einzige Wirtschaftsmacht, die über eine langfristige Strategie für die weitere globale wirtschaftliche Entwicklung verfüge.

Einen Überblick über die weltweite, nationale und regionale wirtschaftliche Lage gab der Vorstandsvorsitzende der Wirtschaftsvereinigung, Dr. Wilfried Holtgrave, in seiner Neujahrsansprache. In Holtgraves Bilanz war das Jahr 2017 ein sehr gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft, weshalb die Grafschafter Unternehmen mit großer Zuversicht in das gerade begonnene Jahr gingen. Auch der regionale Arbeitsmarkt sei in glänzender Verfassung. Aber genau hier zeige sich eine der größten Herausforderungen. „Der Mangel an  Fachkräften ist die zentrale Herausforderung für uns“, sagte Holtgrave weiter. „Deshalb muss alles dafür getan werden, um die duale Ausbildung zu stärken.“

Zusätzlich sei die Digitalisierung ein Mega-Thema, das sowohl die Wirtschaft als auch die Gesellschaft betreffe. Gerade in ländlichen Gebieten sei die Anpassung der digitalen Infrastruktur eine außerordentliche Herausforderung. An dieser Stelle lobte er die zahlreichen Projekte in der Grafschaft Bentheim, um den Glasfaserausbau voranzutreiben  - insbesondere nannte er die Gründung der Breitband Grafschaft Bentheim GmbH. Bei der Mobilfunkversorgung müsse allerdings, trotz aller aktuellen Bemühungen, bald eine deutliche Verbesserung der Versorgung eintreten.

Kritisch setzte sich Holtgrave auch mit der Entwicklung des NINO-Wirtschaftsparks in Nordhorn auseinander. Hier mahnte er eine konsequente Entwicklung der noch  freien Flächen in Richtung eines Wirtschafts-, Technologie- und Bildungsstandorts an.

Einige Impressionen des gestrigen Abends haben wir in einer Bildergalerie zusammengestellt. Noch lange nach den Vorträgen war das Foyer des NINO-Hochbaus mit angeregten Gesprächen gefüllt. Wir freuen uns sehr, dass wir unseren Mitgliedern eine so aktive Plattform bieten können.

Bildergalerie zum Neujahrsempfang 2018