Arbeitskreis Marketing-Verantwortliche: Der Weg zur Arbeitgebermarke

In der 3. Sitzung des Arbeitskreises für Marketing-Verantwortliche stand das Thema Personalmarketing im Fokus. Die LIST AG stellte ihre Strategie auf dem Weg zur Arbeitgebermarke vor. Es referierten der Leiter Marketing, Jens Hasekamp, der Leiter Personal, Sebastian Wirbals, und der kreative Kopf der Kampagne, Dirk Kolhosser, von MUUUH! Digital. Am Beispiel des Einhorns Lucy zeigten die Referenten auf, wie heutige Leistungsträger "funktionieren", welche Folgen sich daraus für Recruiting und Bewerbungsverfahren ergeben und wie die Kommunikation mit der Zielgruppe gelingen kann.

Zunächst gab Jens Hasekamp eine pointierte Vorstellung des Zielgruppen-Stereotyps "Lucy", ihrer Herkunft, Werte, Ansprüche und Konflikte beim Berufseinstieg. "Lucy ist 1993 geboren, hat ein gutes Abitur und ihr Studium zur Ingenieurin fast beendet", sagte Hasekamp. Lucy habe nie zu wenig gehabt und sie kenne keine Not. Außerdem fühle sich Lucy in einem Meer von besonderen Menschen mehr besonders. Von den Eltern und Großeltern habe sie gelernt: Erfolg sei für sie nur eine Frage der Zeit. Und dafür tue sie nichts. "Beim Jobstart bemerkt Lucy aber, dass sie doch nicht so besonders ist. Manchmal muss sie auch nach oben gucken. Und wenn die Peer-Group erfolgreicher ist, wird Lucy neidisch", sagte Hasekamp. Das Resultat sei: "Lucy ist traurig, obwohl sie gut ausgebildet und jung ist und auch Erfolg möchte. Und: Sie steht dem Arbeitsmarkt als Profi zur Verfügung". Das Fazit der Zielgruppenanalyse lautet: "Bei Lucy funktioniert das althergebrachte Denken von 'Arbeit geben – Arbeit nehmen' nicht mehr." Lucy müsse anders angesprochen werden. Es sei Aufgabe der Arbeitgeber, den richtigen Umgang mit der Zielgruppe zu lernen.

Die Antwort auf die neuen Ansprüche an den Arbeitgeber gab Sebastian Wirbals. Er erzählte von den Realitäten aus Recruiting und Bewerbungsverfahren. So spreche LIST die Zielgruppe über authentische Bilder, Namen und Slogans von Mitarbeitern in allen Medien an. Damit wolle LIST sich als offener und glaubwürdiger Arbeitgeber präsentieren. "Solche Slogans dürfen aber nicht nur 'verkauft', sondern müssen auch vom Unternehmen gelebt werden", merkte Wirbals an. Ein gutes Instrument der Mitarbeiterbindung von Einhörnern sei beispielsweise, im Unternehmen sogenannte "Talent Talks" durchzuführen. Dadurch würde die Zielerreichung unterstützt und Feedback an die Geschäftsführung übermittelt.

Da die Lucys aber immer schwerer erreichbar seien, schaltete LIST die Agentur MUUUH! Digital ein. Creative Director Dirk Kolhosser erklärte, was ein „Dialog“ in den Augen der Yuppies und Einhörner sei und wie Dialog als Arbeitgeber für Unternehmen heute gelingen könne. "Mit Lucys spricht man am effektivsten, wenn man die Kommunikation in ihren Lebensalltag integriert, anstatt zu unterbrechen", weiß der Kommunikationsexperte. Am besten sei die Zielgruppe daher zum Beispiel über Facebook-Posts und -Anzeigen zu erreichen, die im Newsstream angezeigt werden und auf schmale Landingpages führen, oder aber über mutige 1:1-Kampagnen.

Der Arbeitskreis für Marketing-Verantwortliche wurde im Juni dieses Jahres gegründet. Leiter des Arbeitskreises ist Jens Hasekamp, Leiter Marketing bei der LIST AG. Bislang fanden drei Sitzungen zu den Themen

  • Online-Marketing
  • Strategische Veränderung - Zielgruppen, Märkte und Marken analysieren
  • Personalmarketing

statt.

Zu dem Thema "Zielgruppen, Märkte und Marken analysieren" referierte Christine Keuter, Agenturleiterin bei dem Mitgliedsunternehmen Bartsch & Frauenheim Werbeagentur GmbH. "Mit unseren Arbeitskreisen hat sich in 2017 ein neues Highlight herausgebildet", freut sich Jutta Lübbert. Neben den Arbeitskreisen Schule-Wirtschaft, Personal und IT-Verantwortliche runde der Arbeitskreis Marketing für Marketing-Verantwortliche die Angebots-Palette der Wirtschaftsvereinigung ab. "Unter dem Motto 'Mitglieder lernen von Mitgliedern' findet in diesen Formaten ein funktionierender Know-how-Transfer statt. Und die Wirtschaftsvereinigung stellt dafür die Plattform", sagt Lübbert.