Kompetenzfeld Digitalisierung und Innovation - Digitalisierung von Arbeitsprozessen

Anfang Mai stellten Prof. Dr. Ickerott und Benjamin Bütfering von der Hochschule Osnabrück den Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung Methoden zur Prozessanalyse vor, die gezielt Optimierungspotenziale durch Digitalisierung aufdecken können. Dabei haben die Teilnehmer erfahren, welche Effekte Digitalisierungsmaßnahmen auf die Faktoren Zeit, Qualität und Kosten haben können. Die Veranstaltung fand im Rahmen des neuen Kompetenzfeldes "Digitalisierung und Innovation" statt. 

Aktuell werde das Thema Industrie 4.0 sehr unterschiedlich diskutiert. Und auch die Aktivitäten in den Unternehmen selbst in diese Richtung seien, so Ickerott, höchst verschieden. Dabei definierte er den Begriff Industrie 4.0 wie folgt: Fokussierung auf Vernetzung und autonome Ideen. Das heißt, eine Maschine ist nicht nur automatisiert, sondern agiert auch intelligent und autonom. Die dabei zum Einsatz kommenden Technologien sind laut Ickerott vielfältig. Allerdings gleiche Deutschland aktuell eher einer Digitalisierungswüste mit einigen Oasen. Laut einer Umfrage unter VDE-Mitgliedsunternehmen (Verband der Elektrotechnik, Elektrik und Informationstechnik) befassen sich nur 34 % der Unternehmen konkret mit dem Thema Industrie 4.0. 

Damit die Digitalisierung gelingt, riet Ickerott zu einer Prozessanalyse und der Festlegung von Kennzahlen. Nur so könne der Digitalisierungsprozess später ausgewertet werden. Außerdem dürfe der Digitalisierungsprozess nicht nur in der IT-Abteilung stattfinden. Vielmehr müssten Lösungen mit den "Betroffenen" in den Fachabteilungen gemeinsam erarbeitet werden.

Benjamin Bütfering stellte die hohen Investitionskosten als größtes Hemmnis für den Einsatz von Industrie 4.0 in Unternehmen heraus. Ein ROI sei nur schwer ermittelbar. Dabei sei die Prozessanalyse, als erster Schritt in Richtung vernetztes Unternehmen, recht simpel. Es müssten letztlich nur die Ist-Prozesse des Unternehmens betrachtet und qualifiziert werden. Dann sei die passende Digitalisierungstechnik auf Basis dieser Daten zu recherchieren und der Mehrwert auszuwerten. Er kommt zu dem Schluss: "Es gibt kein Köfferchen mit standardisierten Digitalisierungslösungen. Die Digitalisierung ist und bleibt ein auf das Unternehmen bezogener individueller Prozess."

Am Ende der Vorträge war der Diskussionsbedarf groß. Noch lange gab es Gespräche zwischen den Teilnehmern und den Referenten.

Das Fazit des Nachmittags war: Eine Prozessanalyse im Unternehmen stellt nicht nur die Basis der Digitalisierung dar, sondern versachlicht auch die Diskussion und führt zu einem besseren Verständnis des Unternehmens als Ganzes.