Betriebliche Integration von Migranten: Landkreis und Wirtschaftsvereinigung kooperieren

Bei der Integration von Migranten wollen die Wirtschaftsvereinigung und der Landkreis Grafschaft Bentheim künftig gemeinsame Wege gehen: Mit einem Kooperationsvertrag haben sie das Vorhaben besiegelt, die betriebliche Integration von Flüchtlingen und Migranten zu stärken. Im Vordergrund soll dabei die Förderung von Ausbildung und Berufsorientierung neu zugewanderter Menschen stehen. Damit einher geht das Bestreben, Fachkräfte für die Unternehmen in der Region zu sichern.

Die Kooperationspartner wollen im Zuge ihrer Zusammenarbeit Synergieeffekte aus den jeweiligen Kompetenzen nutzen: Mit Blick auf das Integrationszentrum des Landkreises ist es vor allem das sogenannte Profiling, durch welches die Qualifikationen und Potentiale der Menschen ermittelt werden. Anschließend wird der Integrationsprozess durch verschiedene Maßnahmen gesteuert. Die Stärken der Wirtschaftsvereinigung liegen insbesondere in der Nähe zu den Betrieben und folglich zu den möglichen Arbeitgebern. Die Vermittlung interessierter Unternehmen soll aktiv unterstützt werden. Zudem will die Wirtschaftsvereinigung umfassend über die Chancen der betrieblichen Integration von Migranten und Möglichkeiten der Förderung informieren.

Durch den Kooperationsvertrag soll sich eine langfristige Wirkung entfalten: In einem jährlichen Zielvereinbarungsgespräch halten die Partner konkrete Aktivitäten fest. Bei der Vertragsunterzeichnung sprach Dr. Wilfried Holtgrave, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsvereinigung, angesichts der Flüchtlingssituation von einer „großen Herausforderung für alle Beteiligten“. Dabei dränge sich die Frage nach gemeinsamen Lösungen auf. Der vorliegende Vertrag sei eine solide Grundlage, um die Zusammenarbeit zu vertiefen. Landrat Friedrich Kethorn erklärte, dass nach der primären Aufgabe der Unterbringung mittel- und langfristig die Herausforderung der Integration folge. Für das Profiling seien im Jobcenter des Landkreises drei neue Stellen geschaffen worden. Es gehe um die Vermittlung der hiesigen Werte und Normen, dann um Qualifizierung und Beschäftigung. „Mit diesem Ansatzpunkt sind wir auf dem richtigen Weg“, sagte er.

Für die Umsetzung der Vertragsziele gibt bereits konkrete Vorhaben: So wird etwa die seit 1. März im Jobcenter tätige Arbeitgeberlotsin Alide Plasger feste Sprechzeiten bei der Wirtschaftsvereinigung anbieten. Um kurze Wege zu schaffen, können sich die Zeiten an Veranstaltungen und Arbeitskreisen orientieren, wenn ohnehin potentielle Arbeitgeber im Hause sind. Darüber hinaus wird Alide Plasger bei Veranstaltungen zugegen sein, um eine Plattform für den Austausch zu schaffen. Die Wirtschaftsvereinigung plant zudem, die Erfahrungen von Unternehmen, die Migranten beschäftigen, in Form eines Newsletters an andere Betriebe weiterzutragen.

Die Vertragspartner sind sich sicher: Durch die Nutzung des Potentials der zugewanderten Menschen wird deren gesellschaftliche Integration effektiv gefördert und dem Fachkräftemangel in der Region nachhaltig entgegengewirkt. Diese Effekte werden umso größer sein, je mehr arbeitsmarktrelevante Institutionen sich an der Kooperation beteiligen. Weitere Partner sind also herzlich willkommen.

Weitere Informationen erteilen Marion Matthäus von der Wirtschaftsvereinigung, NINO-Allee 11 in Nordhorn, unter Telefon (05921) 780144 und per E-Mail an matthaeus@wirtschaft-grafschaft.de sowie Alide Plasger vom Grafschafter Jobcenter, Stadtring 9 bis 15 in Nordhorn, unter Telefon (05921) 966249 und per E-Mail an Alide.Plasger@Grafschaft.de