Arbeitskreis SchuleWirtschaft informiert sich: Berufsorientierung an der Oberschule Schüttorf

Mitte Dezember informierte sich der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT an der Oberschule Schüttorf über das dort etablierte Berufsorientierungskonzept. Unter dem Titel "Entdecke, was Du kannst - Berufsorientierung in einer allgemeinbildenden Schule" bekamen die rund 60 Teilnehmer einen Einblick hinter die Kulissen der Obergrafschafter Schule.

"Mit diesem Thema scheinen wir den Nerv der regionalen Schulen und Unternehmen getroffen zu haben", freute sich Annelen Möller-Busmann, Leiterin des Arbeitskreises und Lehrerin an der Oberschule Schüttorf, über die hohe Teilnehmerzahl und das ausgeglichene Verhältnis zwischen Vertretern aus Schulen und Wirtschaft. Sieben Handlungsfelder habe das neue Berufsorientierungskonzept der Oberschule, das sich eng an der neuen Vorgabe des Kultusministeriums orientiere. Die Handlungsfelder seien systematisch aufeinander aufgebaut und würden sich wie ein roter Faden durch die Schulzeit der Schülerinnen und Schüler ziehen. Die dabei vermittelten Kompetenzen reichten von der Reflexion der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen über deren Abgleich mit tatsächlichen Anforderungen von Berufen und Studiengängen, die Auswertung regionaler Berufsmöglichkeiten mit anschließenden praktischen Erfahrungen bis hin zur qualifizierten Bewerbung. "Unser Ziel ist es, dass unsere Schülerinnen und Schüler den Übergang von der Schule in einen Ausbildungsberuf, eine weiterführende Schule oder einen Studiengang eigenverantwortlich gestalten", so Möller-Busmann. Für das Gelingen der Berufsorientierung sei außerdem ein aktives Netzwerk zwischen Eltern, Schülern, Lehrern, Unternehmen, Kommunen und der Agentur für Arbeit von großer Bedeutung.

"Das BerufsOrientierungsBüro ist ein weiteres Modul unserer Schule, mit dem wir unsere Schülerinnen und Schüler während der Berufsfindungsphase unterstützen", sagte Friederike Bittner, die das BOB, wie das Büro auch genannt wird, leitet. "Es ist in erster Linie Anlaufstelle für Beratungen im Zusammenhang mit einer Bewerbung und der Bewerbungsmappe, bietet Hilfe bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsplätzen sowie bei der Suche nach weiterführenden Schulen. Außerdem bietet es eine Beratungsmöglichkeit durch die Berufsberatung an." Sogar Eltern und Erziehungsberechtigte könnten zu einem Gespräch im BOB vorbeikommen", sagte Bittner.

Hanno Poppenborg, Personalleiter bei der Georg Utz GmbH stellte die Zusammenarbeit mit der Oberschule Schüttorf vor. Dabei betonte er: "Für uns ist eine duale Ausbildung das Fundament für Weiterbildung und eine spätere Karriere. Bei uns bekommen Auszubildende die Chance, sich zu beweisen. Schulen stehen am Anfang einer Berufslaufbahn, deshalb legen wir großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit." Er lobte die gute Kooperation mit der Oberschule, mit der sogar eine schriftliche Partnerschaft vereinbart wurde.

"Berufsorientierung an Schulen kann nur gelingen, wenn auch außerschulische Partner wie Betriebe, Wirtschaftsverbände und die Bundesagentur für Arbeit mit im Boot sind und zusammenarbeiten", sagte Jutta Lübbert, Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim, in ihren Schlussworten. Der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT biete dafür eine ideale Plattform, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Die Wirtschaftsvereinigung ist Träger und Organisator des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT.

Erfolgreiche Berufsorientierung kann in drei Statements zusammengefasst werden, war das Fazit des Nachmittags:

  • Berufsorientierung kann nur im Netzwerk mit vielen Akteuren gelingen. Voraussetzung dafür ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und gegenseitige Wertschätzung.
  • Berufsorientierung ist ein individueller Prozess. Die Freiheit hinsichtlich der Ausgestaltung der vorgeschriebenen Praxistage ist für die jeweiligen Schulen unabdingbar und stellt eine hohe Verantwortung dar.
  • Berufsorientierung unterliegt einem ständigen Wandel, hervorgerufen durch aktuelle Trends wie Arbeitsmarktveränderungen, Inklusion, Migration und ähnlichem. Dadurch werden die Akteure vor ständig neue Herausforderungen gestellt. 

Bei dem Termin handelte es sich um die Auftaktveranstaltung zu der neuen Themenreihe "Potentiale entfalten". Unter diesem Motto wird der Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT in den nächsten zwei Jahren Informationsveranstaltungen und Besichtigungen durchführen.